Online-Tagebuch
13. Januar


Für die ersten Kletterübungen hängt Mama mich an das Netz und schaut mir bei den Kletterversuchen ganz genau zu. Bis ganz oben schaffe ich das noch lange nicht! Am Netz hochzuklettern ist wirklich ziemlich anstrengend. Wenn Mami merkt, dass ich nicht mehr kann oder wenn ich ihrer Meinung nach schon hoch genug geklettert bin, dann holt sie mich wieder runter. Ich werde aber noch die nächsten Monate viel üben müssen bis ich so gut klettern kann, dass Mama mich das auch mal alleine machen lässt. Aber irgendwann werde ich ein genauso guter Kletterer wie mein Papa Schubbi! Schließlich sind wir Orang-Utans Baumbewohner und bewegen uns hauptsächlich hoch oben in den Wipfeln. Wir sind die geschicktesten Hangelkletterer unter den Menschenaffen. Um von einer Stelle zur nächsten zu kommen, hangeln wir uns von Ast zu Ast und benutzen dafür Arme und Beine. So bewegen wir uns hoch oben sicher fort. Hier in unserem Revier in der ZOOM Erlebniswelt gibt es auch ganz viele Klettermöglichkeiten für uns, an denen ich mich nun so langsam ausprobieren darf. Und im Sommer kann ich dann bestimmt auch schon richtig gut die riesigen Bäume auf unserer Außenanlage hochklettern.
5. Januar
Ich bin jetzt schon über drei Monate alt. Und weil ich nun kein ganz kleines Baby mehr bin, beginnt Mama mittlerweile immer häufiger unseren ganz engen Körperkontakt zu lösen. Also, sitzen ist gar nicht so schlecht, solange Mama mich gut fest hält. Ganz langsam soll ich lernen, dass mir nichts passiert auch wenn ich nicht an Mamis Bauch festgeklammert bin. Dafür darf ich mal sitzen, mal stehen oder auch mal neben Mama liegen. Damit ich mich nicht unwohl fühle hält sie mich meistens noch mit einer Hand fest oder dreht mich so, dass ich sie gut im Blick habe. Ich finde das auch schon gar nicht mehr so schlimm wie bei den ersten Versuchen. Aber am allerschönsten ist es mich nach den Übungen mich wieder an Mamas Bauch zu kuscheln, leckere Milch zu trinken und dann ein kleines Nickerchen zu halten.
22. Dezember
Bald ist mein erstes Weihnachten. Bei uns war sogar heute schon Bescherung. Es gab für jeden ein Geschenk, einen großen Karton mit besonderen Leckereien. Darin waren Trockenfrüchte, Johannisbrot, Rosinen und viele andere Dinge, die es nicht so häufig gibt und die ganz besonders lecker sind. Meine Schwester Ziadah hat am schnellsten ausgepackt. Etwas ganz tolles hatten sich unsere Tierpfleger auch noch ausgedacht: Sie haben Plätzchen für uns gebacken, die wie kleine Sterne aussahen! Mama hat ganz viele davon gegessen. Ich natürlich noch nicht. Ich mag lieber noch Mamas Milch trinken.
Eigentlich essen Orang-Utans ja hauptsächlich Früchte. Blätter und junge Triebe schmecken uns auch.Die besonderen Leckereien und Süßigkeiten gibt es nur ganz selten. Zuviel davon ist für uns nicht gesund, es könnte Bauchschmerzen oder Durchfall machen. Außerdem müssen auch wir ein bisschen auf unsere Figur achten! Naja, aber in der Weihnachtszeit dürfen auch wir ein kleines bisschen mehr naschen.
16. Dezember
Schaut mal, ich hab „Milch- to-go“ und kann sogar trinken während Mama klettert! Toll, oder? Aber ich kann im Moment nicht immer darauf warten bis Mami sich mit mir irgendwo hin setzt. Sie und auch die anderen aus meiner Familie finden es ganz toll in unserem großen Revier unterwegs zu sein und durch das ganze Gelände zu klettern. Manchmal probieren sie auch ein wenig von dem Grünzeug, das draußen vor dem Netz wächst. Meistens kommen wir da gar nicht dran, aber letztens hat es doch geklappt. Ich glaube Mama hat es geschmeckt. Nur unsere Pfleger und die Gärtnerin fanden das überhaupt nicht toll.
Mit unseren Mitbewohnern, den Hulmans, vertragen wir uns recht gut. Mami ist mittlerweile sehr selbstbewusst und zeigt Hulman-Chef Heinz Stefan ganz deutlich seine Grenzen. Sie erlaubt ihm nie mir zu nahe zu kommen. Der kann manchmal schon ganz schön neugierig und aufdringlich sein.
9. Dezember
Wir haben renoviert und sind umgezogen. Jetzt wohnen wir wieder im großen Teil unseres Revieres zusammen mit den Hulmans. Also, erst mussten die Hulmans sich für zwei Tage zurückziehen, in ihren Bereich hinter den Kulissen. Dann haben unsere Pfleger mit vielen fleißigen Helfern den Bodenbelag ausgetauscht, also altes Zeug raus neues rein. Heute durften dann zuerst Mama und ich einziehen, danach der Rest meiner Familie. Wir haben uns ganz genau umgesehen. Mama hat mit mir das gesamte Revier erkundet, immer oben lang am Netz und komplett rund herum. Ich konnte ganz viel sehen und fand das richtig spannend. Kurze Zeit später kamen unsere Mitbewohner, die Hulmans dazu. Die haben übrigens ganz viele Babys und Kinder, die neugierig und übermütig herumtollen. Bis ich auch so wild spielen kann dauert es noch ein bisschen.
Jetzt wird der kleine Teil gerade renoviert. Meine Familie findet es toll unseren Pflegern bei der Arbeit zuzuschauen. Bald ziehen Kasih und Elsie, unsere beiden Omas dort wieder ein.
1. Dezember
Darf ich Euch meine große Schwester vorstellen? Sie heißt Ziadah und wurde am 21. Juni 2002 in der Schweiz geboren. Unsere Eltern Farida und Schubbi haben damals noch im Zoo Basel gewohnt. Sie kamen ja erst 2009 nach Gelsenkirchen.
Ziadah ist eine ganz tolle und liebe Schwester! Direkt nach meiner Geburt fand sie es zwar nicht so gut, dass Mama sich jetzt mehr um mich kümmert, schließlich hatte sie ja neun Jahre Mama’s ungeteilte Aufmerksamkeit. Aber jetzt findet sie mich auch ganz toll. Sie kommt ziemlich häufig nach mir schauen, dabei begrabbelt sie mich, riecht an mir oder gibt mir ein Küsschen. Ich finde es prima mein Schwesterchen jetzt auch näher kennen zu lernen. Später wird sie mich auch mal tragen dürfen und wir werden richtig miteinander spielen. Jetzt passt Mama noch auf, dass es nicht zu wild wird, weil ich ja noch so klein bin.
25. November
Schaut her, wie ich schon klettern kann! Na gut, ich gebe zu, ich lasse mich natürlich immer noch von Mama tragen, während sie mit mir manchmal in schwindelerregende Höhen klettert. So lerne ich mittlerweile unser ganzes Revier kennen. Ich muss mich nur gut festhalten, während Mami sich an den Seilen hangelt und den Bambus ganz hinauf klettert. Aber das fällt mir nicht schwer, denn die Fähigkeit mich festzuklammern ist mir angeboren. Ich halte mich mit Händen und Füßen in Mama’s Fell ganz fest und mein Bauch liegt an ihrem Bauch. Auch wenn ich müde werde, lasse ich natürlich niemals los. Ich lasse mich dann etwas hängen und wenn meine Mama merkt, dass der Bauch-zu-Bauch-Kontakt nicht mehr da ist, stützt sie mich mit einer Hand oder setzt sich irgendwo hin und wir ruhen uns aus. Aber ich kann Euch sagen, klettern macht mir jetzt schon richtig Spaß!
18. November
Diese Woche wurde ich getauft. Zur großen Taufparty brachte meine „Patentante“ schöne Geschenke mit: Es gab einen großen Korb gefüllt mit Bananen, Apfelsinen und anderem leckerem Obst und kuschelige, knallrote Handtücher. Meine Namenspatin, Cordula Bremhorst, war auch dabei. Mama hatte schon eine Vorahnung, dass die Taufe ansteht und ist schon am frühen Mittag mit mir nach ganz oben auf den hohen Bambus geklettert. Von dort aus konnten wir die Gäste und unsere Pfleger kommen sehen. Meine Familie war etwas aufgeregt und hat sich sogar ein bisschen um die leckersten Obststücke gezankt. Naja, hätte nicht sein müssen, gab ja genug für alle. Papa hatte erst keine Lust auf den Trubel, aber zum Essen kam er auch.
Meine Paten haben eine schöne Patenurkunde bekommen mit einem Foto von mir. Danach hat Mama zwei neue Handtücher zu unserem Schlafplatz mitgenommen. Wir haben uns damit schön zugedeckt und eine Weile von dem Trubel ausgeruht.
10. November
War das anstrengend gestern. Nicht, dass ihr es falsch versteht. Ich war wohlig geborgen am Bauch von Mama und musste mich nur - wie immer - kräftig festhalten. Aber unserer Nachbarn, die grauen Hulman-Affen, durften gestern in den Garten meiner Familie! Die schöne Landschaftsanlage haben doch immer meine Mama Farida und ihre Orang-Familie genutzt. Papa Schubbi und alle anderen waren auch ganz aufgeregt, als Rico Pirl mit dem elektrischen Türöffner kam, saßen gespannt an den Fenster und dann ging nur die Tür für die Nachbarn auf.
Mich stört es wenig. Es wäre doch sooo kalt gewesen. Und hier im Tropenparadies ist es immer schön warm. Meine Mama klettert jetzt auch oft mit mir durch unser Zuhause. Und ich kann die Menschen hinter den Glasscheiben manchmal gut beobachten. Vielleicht sehen wir uns ja mal, wenn ich wach bin...
3. November
Endlich, ich habe jetzt einen Namen: Ich heiße Awang. Meine Mama hat diesen schönen Namen für mich ausgesucht.
Nachdem über 270 Namensvorschläge bei meiner Patentante, der Sparkasse Gelsenkirchen, eingegangen sind hat eine Jury mit Vertretern der Sparkasse, der WAZ und der ZOOM Erlebniswelt die drei schönsten Namen ausgesucht: Bahir, Jimat und Awang. Heute wurden die Namen auf Becher geschrieben und Mama durfte einen aussuchen. Meine Pfleger hatten die Becher mit leckerem Kirschsaft gefüllt. Der Name Awang ist malayisch und bedeutet "erster Sohn".
Wisst ihr eigentlich, dass der Name „Orang-Utan“ auch von den malayischen Wörtern „orang“ (Mensch) und „utan“ oder „hutan“ (Wald) abgeleitet wird und demzufolge „Waldmensch“ heißt?
26. Oktober
Ich bin umgezogen! Natürlich nicht sehr weit, nur nach nebenan, in den kleineren Bereich unseres Zuhauses im ELE-Tropenparadies. Jetzt wohnen wir alleine, ohne die Hulmans. Ich kann euch sagen, meine Mama findet es prima, dass sie nicht mehr aufpassen muss, ob ein neugieriger Hulman uns zu nahe kommt. Manchmal klettert sie schon mit mir über die Anlage. Einen neuen Lieblingsplatz haben wir auch gefunden: auf dem Plateau gegenüber den großen Scheiben.
So ein Umzug ist schon ein bisschen aufregend: Also zuerst haben unsere Pfleger unser neues Heim so richtig schön hergerichtet, mit frischer Holzwolle und neuen Decken. Dann haben sie Leckereien vorbereitet, zum Beispiel gab es Becher gefüllt mit Quark.
Als es endlich soweit war, ist meine Mama mit mir und meinen Schwestern Ogan und Ziadah gleich rüber. Papa Schubbi und Tante Sexta kamen etwas später nach.
19. Oktober 2011
Ich bin der jüngste Sumatra Orang-Utan in der ZOOM Erlebniswelt. Mama Farida hat mich am 28. September zur Welt gebracht. In ihrer Lieblingsecke in unserer großen Innenanlage des ELE-Tropenparadies hatte sie sich schon Tage vorher einen gemütlichen Ort ausgesucht und ein Bett mit Holzwolle gebaut. Unsere Pfleger haben gar nichts von der Geburt mitbekommen. Sie haben nicht schlecht gestaunt, als mich Mama mittags im Arm hielt. Etwa 30 Zentimeter groß und so 1,5 Kilo schwer war ich bei der Geburt. So genau weiß man das nicht, weil mich meine Mama natürlich niemals zum Messen und Wiegen abgeben würde. Noch schlafe ich ganz viel, trinke Milch an Mamas Brust und liege gemütlich mit ihr in der Holzwolle.
Übrigens: Ich bin ein Junge! Meine „Patentante“ die Sparkasse Gelsenkirchen sucht gerade einen schönen Namen für mich. Wenn Ihr einen schönen Vorschlag habt, folgt
diesem Link. Es gibt schöne Preise zu gewinnen!