Steckbrief Hanuman-Languren

Name
Hanuman-Languren
Größe
Kopf-Rumpflänge 40 bis 80 cm; Schwanzlänge bis zu 110 cm
Gewicht
bis 18,5 Kilogramm
Alter
20 bis 25 Jahre
Nahrung
Blätter, Blüten, Knospen, Samen, Früchte, seltener auch Insekten
Verbreitung
indischer Subkontinent (von Pakistan über Nepal, Vorderindien und Sri Lanka)
Lebensraum
Halbwüsten, Grasländer, tropische Regenwälder und Gebirge bis zu einer Höhe von 4000 Meter, bewohnte Gebiete und Städte
Fortpflanzung
Geschlechtsreife m: 6 bis 7 Jahre / w: 3 bis 4 Jahre; Höchstalter 20 bis 25 Jahre; Tragzeit 200 Tage; Jungtiere 1 Junges (selten Zwillinge) alle zwei Jahre; Wurfzeit Januar bis März, im Hochgebirge April bis Juni

Hanuman Languren (Semnopthecus entellus)

Hanuman-Languren oder Hulmane zählen als Kulturfolger und heilige Tiere zu den bekanntesten Affenarten Indiens. Benannt sind sie nach Hanuman, einem indischen Gott in Affengestalt. Sie dürfen nicht verfolgt oder gejagt werden. Deswegen dürfen sie sich auch ganz unbehelligt an den Obststangeboten der Straßenhändler bedienen. Die Schlankaffen haben sich auf eine schwerverdauliche Blätterkost spezialisiert. Um den geringen Nährwert ihrer Nahrung zu kompensieren, machen sie lange Ruhepausen.

Von allen Schlankaffen sind die Hanumans am ehesten an das Bodenleben angepasst. Am Boden bewegen sie sich auf allen Vieren fort. Sie sind geschickte Kletterer und können Distanzen von zehn Metern springend zurücklegen, wobei der lange Schwanz der Balance dient.

Hanumans sind tagaktiv und leben in Gruppen, die im Durchschnitt aus 13 bis 40 Tieren bestehen. Dabei sind Haremsgruppen am häufigsten. Es gibt jedoch auch Mischgruppen und reine Männergruppen. Männchen können nur wenige Jahre ihre Führungsposition halten, bis sie in einer Auseinandersetzung von einem neuen Männchen abgelöst werden.

An Hulmans wurde erstmals das soziale Phänomen des Infantizids beobachtet. Wenn ein neues Männchen eine Weibchengruppe übernimmt, tötet es die von seinem Vorgänger gezeugten Jungtiere, wenn sie die Gruppe nicht verlassen. Somit sind die Weibchen frei für seinen Nachwuchs und er kann seine eigenen Erbanlagen weitergeben.

Hulmans kennen eine Reihe von Lauten zur Kommunikation. Darunter auch einen dumpfen Schrei, der die Gruppe zusammenbringen soll, sowie einen Warnschrei vor Fressfeinden. Gegenseitige Fellpflege spielt innerhalb der Gruppe eine wichtige Rolle.