Begeistert für Tier- und Artenschutz: Die Arbeit einer Zoopädagogin

Gelsenkirchen. Die Urbanisierung schreitet voran: Im Jahr 2050 wird mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben. Schon jetzt wachsen immer mehr Kinder in einer naturentfremdeten Umgebung auf. Wie begeistert man Kinder und Jugendliche dennoch für Natur- und Artenschutz? Dieser Frage gehen der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und die Zoopädagogin Lisa Schwarz aus der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen nach.

„Anders als Filme bieten Zoos die einzigartige Möglichkeit, Wildtiere unmittelbar zu beobachten, zu hören und zu riechen. Von diesen Erlebnissen geht eine Faszination aus, die sich in nachhaltigen Verhaltensweisen und Respekt vor der Natur und Tieren ausdrücken kann“, beschreibt es Volker Homes, Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten. Und ergänzt: „Unsere Mitglieder nehmen ihre Rolle als naturnahe Bildungsorte ernst und bieten ein umfassendes zoopädagogisches Angebot.“

So erreiche man gerade Kinder und Jugendliche über die Vermittlung von interessanten und außergewöhnlichen Fakten bei Führungen, Blicken hinter die Kulissen oder bei Fütterungen und gezielten Tierkontakten, ergänzt Lisa Schwarz, Zoopädagogin in Gelsenkirchen.

Ein vielseitiger Job
Die 29-Jährige arbeitet seit über zwei Jahren in einem der größten Zoos im Ruhrgebiet. Zu ihren Aufgaben gehört die Konzeptionierung, Vorbereitung und Durchführung von Führungen, Workshops und Fortbildungen für Gruppen aus Kindergärten, Schulen, Universitäten sowie Lehrerkollegien. Darüber hinaus betreut sie die „Zoolotsen“, die sie bei den Zooführungen unterstützen, und entwirft Programme für Sonderaktionstage.
Es ist ein vielseitiger Job, für den es keinen klassischen Werdegang gibt. Biologin Lisa Schwarz nennt Arbeitserfahrung im Zoo als eine der Hauptvoraussetzungen. „Ein biologischer oder pädagogischer Ausbildungshintergrund ist von Vorteil. Viel wichtiger ist aber das Interesse an Tieren und die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte auf verständliche Art und Weise an verschiedene Alters- und Interessensgruppen vermitteln zu können“, erläutert sie.

Start im Tiergarten Nürnberg
Ihr eigener Werdegang begann mit einem Freiwilligen Ökologischen Jahr im Tiergarten Nürnberg. Daran schlossen sich über neun Jahre Tätigkeiten in der Zoopädagogik und der Tierpflege an. „Das hat meine Leidenschaft für Zoos geweckt und meinen Wunsch verstärkt, dort zu arbeiten. Besonders die Begeisterung von Erwachsenen und Kindern bei verschiedenen zoopädagogischen Programmen hat mir gezeigt, wie erfüllend dieser Job ist.“

Tiererlebnis künftig nur noch digital?
In Zeiten der Digitalisierung stellt sich die Frage, ob wir Tiere überhaupt noch unmittelbar erleben wollen und müssen. Hier ist sich die Zoopädagogin sicher: „Die Bedeutung von Wissensvermittlung an außerschulischen Lernorten wird eher zunehmen. Ich denke, dass man sich neue Technologien zu Nutze machen und manches anschaulicher erklären kann, was am lebenden Tier nicht gezeigt werden kann, zum Beispiel die Muskulatur.“ Die ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen setzt bereits Tablets, Smartphones und verschiedene Apps zur Wissensvermittlung ein.

Mit freundlichen Grüßen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen

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