Streichelzoo

Im Streichelzoo können Besucher den direkten Kontakt zu zahmen Haustieren aufnehmen und dabei auch noch einiges lernen. Wie fühlen sich die frechen Ziegen an? Wie verhalten sich die wolligen Schafe, wenn man ihnen begegnet? Mit etwas Geduld und Feingefühl kann man schöne Erfahrungen mit nach Hause nehmen.

Bunte Deutsche Edelziege

(Capra aegagrus f. hircus)

Familie: Hornträger

Verbreitung: mittleres und südliches Deutschland

Nahrung: Gräser, Kräuter, Laub, Knospen, Triebe, Rinde von Gehölzen

 

Alle Ziegenrassen stammen von der Bezoarziege ab und wurden im Mittelmeergebiet und in Kleinasien schon vor vielen Jahrtausenden zum Haustier gemacht. Wegen ihrer Anspruchs-losigkeit gehören Ziegen weltweit zu den häufigsten Nutztieren. Die Bunte Deutsche Edelziege wurde besonders für Fleisch- und Milchleistung sowie zur Ledergewinnung gezüchtet. Mit bis zu 1800 Litern Milchproduktion pro Jahr und einer hohen Nachwuchsrate gehört sie zu den besonders leistungsfähigen Rassen. Der schwarze "Aalstrich" auf dem Rücken, die schwarzen Läufe und die dunkle Gesichtszeichnung sind Merkmale, die sie mit der Stammform teilen.

 

Hausgans

(Anser anser f.domestica)

Famile: Entenvögel

Verbreitung: Europa

Nahrung: Gräser, Kräuter, Getreide

 

Unsere Hausgänse stammen, wie die meisten Rassen, von der wilden Graugans ab. Daneben wurden allerdings auch Höckergänse (Anser cygnoides), an einem Höcker auf dem Schnabelansatz erkennbar, in den Hausstand übernommen. Als Zuchtziel steht ein guter Fleischansatz und ausreichende Legeleistung im Vordergrund, aber auch die weichen Federn (Daunen) werden genutzt. Hausgänse können bis zu 10 Kilogramm Körpergewicht erreichen und bis zu 50 Eier pro Jahr produzieren. In ihrer ursprünglichen Haltungsform werden Gänse regelrecht als Weidetiere auf die Weide getrieben und gehütet

Haushuhn

(Gallus gallus f. domestica)

Famile: Kammhühner

Verbreitung: weltweit

Nahrung: Kräuter, Gräser, Triebe, Knospen, Getreide, Wirbellose, kleine Wirbeltiere

 

Stammform der mehr als 150 Haushuhnrassen ist das Bankivahuhn aus den Wäldern Südostasiens. Es wurde vor etwa 4500 Jahren erstmals in den Hausstand übernommen. Fleischgewinnung und Eierproduktion waren die ursprünglichen Zuchtziele. Die Legeleistung des Bankivahuhns von fünf bis sechs Eiern wurde bei manchen Rassen auf bis zu 300 Eier pro Jahr gesteigert. Später kam auch die Freude an der Farben- und Formenvielfalt mancher Zuchtrassen hinzu, deren Liebhaber sich oft in Vereinen zusammenfinden.
Die Aggressivität mancher erwachsener Hähne untereinander wurde sogar zur Zucht spezieller Kampfhuhnrassen für Hahnenwettkämpfe genutzt.
Haushuhnküken sind - wie die Jungvögel anderer Hühnervögel auch - beduhnte Nestflüchter und können der Mutter gleich nach dem Schlupf bei der Nahrungssuche folgen. Die Brutdauer hat sich gegenüber der Wildform allerdings im Hausstand um 2 auf 21 Tage verlängert.

Hausmaus

(Mus musculus)

Famile: Langschwanzmäuse

Verbreitung: ursprünglich asiatischer Raum, mit Ausbreitung des Menschen heute nahezu weltweit (außer polare Gebiete)

Nahrung: Allesfresser; neben Samen, Gräsern und Nüssen auch Tierisches

 

Hausmäuse gehören wie alle Mäusearten zu den Nagetieren. Als äußerst erfolgreiche Kulturfolger findet man sie überall dort, wo auch Menschen leben. Die menschliche Eroberung der Kontinente hat unfreiwillig zur Verbreitung der Hausmäuse beigetragen. Der Schwanz der Hausmaus ist mit sieben bis elf Zentimeter genauso lang wie die Kopf-Rumpflänge; Wühlmäuse dagegen haben wesentlich kürzere Schwänze. Ursprünglicher Lebensraum sind Grasländer und Halbwüsten, wo sie unterirdische Gänge und Nester anlegen und Nahrungsvorräte lagern. Zur hohen Bestandsdichte trägt reicher Kindersegen bei: bis zu acht Würfe pro Jahr und drei bis acht Jungen pro Wurf sorgen für rasche Vermehrung, zumal die Jungen mit acht Wochen selber geschlechtsreif sind. Durch ihr massenhaftes Auftreten richten sie enorme Schäden an, fressen und verunreinigen Nahrungsvorräte der Menschen und können zahlreiche Krankheiten übertragen.
Zuchtlinien der Hausmaus werden als Labormäuse für Tierversuche gehalten. Auch weiße oder "Farbmäuse" gehören dazu.

Hausmeerschweinchen

(Cavia aperea porcellus)

Famile: Meerschweinchen

Verbreitung: ursprünglich Südamerika, heute nahezu weltweit

Nahrung: Gräser, Kräuter, Heu, Gemüse, Getreide

 

Neben Lama und Alpaka ist das Meerschweinchen das einzige Haustier Südamerikas, das dort ursprünglich als Fleischlieferant gehalten wurde. Das Wildmeerschweinchen lebt im Hochgebirge der Anden, vor allem in Peru. Die Spanier brachten es nach der Kolonisation Südamerikas im 16. Jahrhundert. nach Europa. Heute wird es wegen seiner Harmlosigkeit, seiner Anspruchslosigkeit und seines niedlichen Aussehens vor allem von Kindern als Streicheltier gepflegt. Es weicht von der wilden Stammform vor allem in Fellstruktur und -färbung ab. Nach etwa 67 Tagen Tragzeit kommen die Jungen als Nestflüchter, also behaart, seh- und lauftüchtig, zur Welt. Schon nach zwei bis drei Wochen entwöhnt, können sie etwa sechs Jahre alt werden.

Hinterwälder Rind

(Bos primigenius f. domestica)

Famile: Hornträger

Verbreitung: höhere Lagen des südlichen Schwarzwaldes

Nahrung: vorwiegend Gräser, auch Kräuter und Laub

 

Dieses zierliche Rind, die kleinste Rinderrasse in Mitteleuropa, ist an die Beweidung steiler Hanglagen angepasst, wo sie dank ihrer Leichtigkeit wenige Erosionsschäden anrichten kann. Deshalb wird sie auch in den Vogesen und in der Schweiz gern gehalten. Hinterwälder haben einen niedrigen Erhaltungsbedarf und sind wenig anfällig für Krankheiten, dabei langlebig und bringen eine hohe Milchleistung: bei guter Fütterung können bis zu 4000 Kilogramm Jahresmilchmenge mit 4% Fett und 3,4% Eiweiß erzielt werden. Für die Erhaltung dieser wertvollen Rasse zahlt das Land Baden-Württemberg den Besitzern Prämien.

Husumer Protestschwein

(Sus scrofa f. domestica)

Famile: Schweineartige

Verbreitung: ursprünglich aus Schleswig-Holstein

Nahrung: Allesfresser: Gras, Kräuter, Wurzeln, Früchte, Gemüse, Schnecken, Insektenlarven, Kleintiere, Aas

 

Nach Schaf und Ziege gilt das Hausschwein als drittältestes Nutzhaustier, das vor etwa 8500 Jahren domestiziert wurde. Stammform aller Hausschweinrassen ist das Eurasische Wildschwein.
Das Husumer Protestschwein entstand um 1900 aus dem Deutschen Sattelschwein in Friesland, als es der dänischen Minderheit verboten war, ihre rot-weiß-rote Flagge zu hissen. Aus politischem Protest züchteten dänische Bauern in der Husumer Gegend durch Einkreuzung anderer Schweinerassen einen rot-weiß-roten Farbschlag, gewissermaßen als "Ersatzflagge". In den 60er Jahren galt die Rasse als erloschen, bis 1984 wieder Schweine mit dieser Farbgebung auftauchten. Mit noch immer nur ca. 200 Exemplaren gelten sie weiterhin als bedroht. Mit der Beteiligung an der Zucht leistet die ZOOM Erlebniswelt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser Rasse.

Moorschnucke

(Ovis ammon f. aries)

Familie: Hornträger

Verbreitung: Deutschland, besonders nördliche Bundesländer

Nahrung: Heidekraut, Moorgräser und -kräuter, Birkenaufwuchs

Die Moorschnucke stammt - wie alle Hausschafe - vom Mufflon als Wildform ab und ist ein zierliches, mischwolliges Landschaf. Sie wurde besonders auf Widerstands-fähigkeit und Anpassung an Feuchtgebiete und Moore gezüchtet. Moorschnucken werden deshalb seit Jahrhunderten in der Lüneburger Heide und in den Geestlandschaften um Diepholz, Bremervörde, Sulingen und Rotenburg gehalten. In der Regel sind beide Geschlechter hornlos. Das Fleisch schmeckt wildähnlich. Die Böcke bringen alljährlich bis zu drei Kilogramm Wollvlies, die Weibchen etwas weniger. Moorschnucken werden heute gern zur Landschaftspflege in Heide- und Feuchtgebieten eingesetzt.

Shetlandpony

(Equus przewalskii f. caballus)

Familie: Pferde

Verbreitung: Zuchtrasse von den Shetlandinseln, heute weltweit

Nahrung: Gräser

Mit einem Stockmaß von 87 bis 107 Zentimeter ist das Shetlandpony eine kleine, aber sehr zähe und robuste Pferderasse, die in ihrer Heimat ursprünglich als Pack- und Zugtier eingesetzt wurde. Es wurde in den Kohlebergwerken Englands auch als Grubenpferd genutzt. Wegen seines gutmütigen, wenig schreckhaften Charakters und der geringen Größe ist es vor allem als Reittier für Kinder und als Kutschpferd für kleine Wagen geeignet. In Futter und Pflege ist es sehr anspruchslos und dank seines dichten Winterfells auch wenig kälteempfindlich.

Zwergesel

(Equus asinus f. domestica)

Familie: Pferde

Verbreitung: ursprünglich auf Mittelmeerinseln und Sri Lanka; in neuerer Zeit auch in Mitteleuropa

Nahrung: Gräser

Ursprünglich wurden Esel als besonders zähe, genügsame und gutmütige Nutztiere domestiziert. Sie können als Last-, Reit- und Zugtier auch bei mäßiger Ernährung Erstaunliches leisten. Da die Wildformen aus überwiegend trockenen Gebirgslandschaften stammen, sind sie in unwegsamem, bergigem Gelände Pferden weit überlegen. Zwergformen entwickelten sich besonders oft auf Inseln oder bei karger Nahrungsgrundlage. Heute werden Zwergesel oft aus Liebhaberei oder als Spielkumpan für Kinder gehalten. Auch die Kreuzungsform zwischen Esel und Pferd (Maultier/Maulesel) wurde häufig als Nutztier gezüchtet.